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Luitpoldplatz sei 1991


1991 war die „Woizkirwa-Ära“ vor dem Rathaus zu Ende. Der Luitpoldplatz erstrahlte wieder in altem Glanz und sogar das Problem des Kirwabaumloches war gelöst. Findige Planer und Bauingenieure konzipierten eine Art Schacht für den Kirwabaum - ein betoniertes 1,40 Meter tiefes Kirwabaumloch, das während des Jahres abgedeckt ist. Leider gingen diese nicht besonders fachmännisch vor. Das Loch ist zu flach, zu weit, ohne Führung und hat zwischen der „Nase“ und dem Loch einen Absatz. So sägte Hans Leugner in diesem ersten Jahr aus Sicherheitsgründen erstmal 4 Meter vom Kirwabaum ab. Man traute dem Loch nicht so recht, den 35-Meter-Riesen sicher zu halten. Nachdem er trotzdem problemlos in die Senkrechte gebracht wurde, stellte der Winter Wolf beim Einkeilen fest, dass „dou ja bal a Ster Hulz ei gäiht“. Leider nützte bei der Größe des Loches auch der Ster Holz nicht viel. Trotz einiger baulicher Verbesserungen am Baumloch musste 1995 der Baum bereits ein paar Tage nach der Kirwa umgelegt werden, nachdem der Wind eine starke Schieflage verursacht hatte.


"Hau Ruck"

1992 brachte das Baumloch die Woizkirwaleit in eine andere Bedrängnis. Bekannte „Unbekannte“ hatten unbemerkt von Freitag auf Samstag ein Schweißgerät zum Luitpoldplatz gebracht, in der Tiefgarage Strom abgezapft, zur Tarnung ein Zelt über das noch geschlossene Loch gestellt und die Deckel mit 20 Schweißpunkten am Rahmen festgeschweißt. Doch mit Hilfe einer „Flex“ war das Baumloch bald wieder zugänglich. Dafür wurde in diesem Jahr der mächtigste Kirwabaum in der Woizkirwageschichte aufgestellt. Über drei Stunden benötigten die Kirwaboum und Helfer, den stolzen 36 Meter langen und 2,5 Festmeter fassenden, schweren Riesen aufzurichten.

 
Kirwazug

1994 war das Baumloch Ziel einer Attacke der Neukirchner Kirwagemeinschaft, denen man im Vorjahr die Kränze gestohlen hatte. Am Freitag öffneten Mitarbeiter des städtischen Bauhofs die Abdeckungen und stellten fest, dass das Loch mit Schotter und Mist gefüllt war. Da die Kirwaboum diese Schmach am Samstagvormittag in aller Öffentlichkeit nicht über sich ergehen lassen wollten, versuchten sie in einer Nacht- und Nebelaktion am Freitag das Loch wieder freizuräumen. Leider versagten beim zweiten Deckel die selbstgebogenen Haken, der mehrere hundert Kilo schwere Deckel löste sich und amputierte einen Teil der großen Zehe eines der Kirwaboum. Dieser verbrachte dann das Kirwawochenende im Krankenhaus, wo ihn die Kirwagesellschaft samt Musikanten nach dem Austanzen besuchte. Zur Freude der übrigen Patienten zeigte man vor dem St. Anna Krankenhaus ein paar Tänze und Kirwalieder erklangen.

Austanzen

Eine Schrecksekunde gab es 2002, als die Baumspitze, die sich bereits fünf bis sechs Meter über dem Boden befand, abbrach und nur noch an der Baumgirlande hing. So musste der Baum nochmals vorsichtig zu Boden gelassen werden. Die Spitze wurde wieder befestigt und das Baumaufstellen begann erneut.


Die Kirwaboum beim Pamler (Gasthaus "Zur Landkutsche")

Eine Schnitzeljagd der besonderen Art mussten die Kirwaboum 2006 am Samstagmorgen zurücklegen. Der am Vortag bereits im Wald deponierte Baumwagen war verschwunden und der, auf Anweisung eines Forstbediensteten bereits am Freitag gefällte Baum war zersägt. Ein Zettel gab den Hinweis, doch mal am Annaberg zu suchen. Dort fand man schließlich auch den Wagen, jedoch ohne Räder. Die wiederum entdeckte man in den einzelnen Bratwurstbuden. Doch all diese Hindernisse wurden Jahr für Jahr gemeistert und jedes Jahr reckte sich ein stolzer Kirwabaum in den Sulzbacher Himmel. Die Kirwabaumwache verlief in den letzten Jahren relativ ruhig. Meistens fanden sich spontan Bekannte oder Kirwagäste ein, die bei entsprechender Verköstigung das Los der Kirwaleit teilten und die Nacht mit durchwachten. Am Kirwasonntag treffen sich zur Mittagszeit die Kirwapaare wieder am Luitpoldplatz. Die Moila verabschieden sich in die Wirtshäuser. Oft findet man sie beim „Sperberbräu“, im „Cafe Pirner“ und beim „Bayerischen Hof“. Anfang der 90er Jahre waren auch der „Fuchsbeck“, das „Altstadtcafe“ und das „Janus“ beliebte Aufenthaltsorte der Kirwamoila.

1993, aus welchem Grund auch immer, fanden die Kirwamoila den Weg zum „Fuchsbeck“ nicht, dem Fuchsbeck-Willi war die Enttäuschung förmlich anzusehen. Damit er wenigstens sein Wirtshaus nicht umsonst aufgesperrt hatte, beschlossen die Kirwaboum, die Zeit bis zum Moilaeinholen dort zu verbringen. Da die Stimmung mit Musik, Bier und Schnaps immer mehr stieg, entstand daraus die Tradition, dass es die Kirwaboum den Moilan nachmachten und sich auch am Sonntagmittag in ein Wirtshaus zurückzogen. Seit 1994 starten die Kirwaboum um 13.00 Uhr zum „Pamler“, ins Gasthaus „Zur Landkutsche“. Dort werden dann Kirwa- und Fahrtenlieder gesungen, dem König Ludwig gehuldigt, sowie der „Rousnberch City Blues“ zelebriert. Wenn es Zeit zum Moilaeinholen wird, kommen die Vereinsvorstände und die Musikanten zum „Pamler“ und der Kirwazug formiert sich.

Gruppenbild ohne Dame

Nachdem alle Moila abgeholt waren, verlief das Baumaustanzen auch nicht jedes Jahr problemlos. So musste 1991 ein Ersatzwecker beschafft werden, da er durch eine Rosenberger Intrige unauffindbar war. 2003 riss die Feder des Weckers beim Aufziehen. Da die Kirwapaare bereits das Podium betraten, war Eile geboten. So wurde in der Not eine Eieruhr aus der Küche des Bayerischen Hofs besorgt und diese an den Baum gehängt. Der Kirwawecker an sich hat seit jeher seine besonderen Eigenheiten. So brauchte er 2002 fast 40 Minuten bis er sein Läuten hören ließ. 2005 hingegen, als ein Kamerateam des Bayerischen Rundfunks eine Reportage über die Sulzbacher Woizkirwa drehte, dauerte es nur 13 Minuten bis das neue Oberkirwapaar feststand. Auch das Wetter war am Sonntagnachmittag der Woizkirwa nicht immer gut gesonnen. 1992 und 1997 ging beim Austanzen ein Platzregen nieder, sodass die Kirwapaare bis auf die Haut durchnässt waren.


Kirwaausklang beim Eberwein (Gasthof "Bayerischer Hof")

 

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