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Geschichtliches um die Kirwa

vor dem 1. Weltkrieg


Wenn in früheren Jahrhunderten in Sulzbach Kirchweih war, kamen die Bauernburschen aus den Dörfern des Birglandes und des Sulzbacher Berglandes in die Stadt, wo in jedem Wirtshaus zum Tanz aufgespielt wurde. Alle Dörfer, die im Einzugsbereich des Sulzbacher Kirchensprengels lagen, feierten nämlich mit der Herzogstadt ihre Kirchweih. Im Unterschied zu den zahlreichen Märkten, die im Volksmund irrtümlicherweise auch als Kirwa bezeichnet werden, ist die Woizkirwa die eigentliche Kirchweih der Sulzbach-Rosenberger Stadt- und Landbevölkerung.

Dass sich die bäuerlichen Bräuche in Sulzbach-Rosenberg so halten konnten, hatte seinen Grund vor allem darin, dass die Sulzbacher früher fast ausschließlich „Ackerbürger“ waren. Jeder Handwerker und kleine Krämer hatte neben seinem Geschäft noch eine kleine Landwirtschaft, die mit zu seinem Lebensunterhalt beitrug. Das geht schon allein aus der Tatsache hervor, dass Sulzbach jahrhundertelang nicht nur einen, sondern zwei Stadthirten hatte. Es gab in Sulzbach deshalb auch viele landwirtschaftliche Dienstboten. Den größten Viehbestand hatten die Brauereien: Schlee, Fentsch, Sörgel, Rubenbauer. Dazu kamen noch die Kommunbrauer der vorderen und der hinteren Brauhausgesellschaften. Es war immer eine stattliche Herde, die während der Weidezeit auf der Reitschule zusammen- und von dort aus auf die städtischen Weidegründe auf dem Annaberg getrieben wurde. Dies dürfte auch der Grund sein für die enge Verbundenheit zwischen Stadt und dem umliegenden Land, die sich früher nicht nur auf der Woizkirwa zeigte, sondern bei jedem Markt, als sich Bauernburschen, Stadtmädel, Knechte, Mägde und Dienstboten im Tanz drehten.


Sulzbacher Wochenblatt vom 10. August 1901

Vor dem 1. Weltkrieg hatte sich eine Tischgesellschaft, die sich „D’Höichbauan“ nannte, um die Erhaltung der Woizkirwa angenommen. Sie hatten ihr Lokal beim „Schwarz-Hansl“ in der Frühlingsstraße und später dann im Schützenheim am Annaberg. Dort wurde dann alljährlich die Woizkirwa gefeiert, wo ein großer Garten die Kirwagäste aufnahm. Leider wurden die Bemühungen der „Höichbauan“ um die Woizkirwa durch den ersten Weltkrieg gewaltsam unterbunden.
 

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